Holzernte planen

  • Wählen Sie den passenden Waldbestand aus, entweder einen Altbestand, um qualitativ hochwertige, gesunde Bäume zu nutzen oder einen Durchforstungsbetand, um die Stabilität und Qualität Ihrer Bestände zu steigern.
  • Prüfen Sie die LAge am Holzmarkt und schließen Sie gegebenenfalls Vorverträge ab, um die Holzabnahme zu sichern.
  • Prüfen Sie, ob die vorhandenen Wege im Wald für eine fachgerechte Holzernte ausreichend sind und die Abfuhr des eingeschalgenen Holzes gewährleistet ist.
  • Es ist günstig, die Bäume außer Saft zu fällen, das heißt im Herbst und Winter, um Schäden durch Insekten oder Pilzen vorzubeugen.
  • Waldschutzprobleme vermeiden Sie, in dem das Holz rechtzeitig aus dem Wald abgefahren wird und Kronenmaterial aufgearbeitet wird.
  • Maschinen erleichtern dem Waldarbeiter die schwere körperliche Arbeit bei der Holzernte, erfordern aber im Umgang viel Übung und Fachwissen. Ohne entsprechende Ausrüstung und nötiger Fertigkeiten, ist es sinnvoll einen professionellen Dienstleister zu beauftragen.
  • Bei Hiebsmaßnahmen entlang von Straßen kann es nötig sein, aus Gründen der Verkehrssicherheit und Haftung die Straße zu sperren.
  • Bei jeder Betriebsarbeit müssen Sie die einschlägigen gesetzlichen Regelungen einhalten, zum Beispiel das Waldgesetz für Bayern.

Arbeitsabläufe bei der Baumfällung

! Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese Arbeitsabläufe keinen Motorsägenkurs ersetzt ! Die Arbeitsabläufe sollen alle Waldarbeiter OHNE Motorsägenschein dahingehend sensibilisieren und bewußt werden lassen, wie wichtig der Kurs ist !

1. Fällrichtung festlegen und bei Ihrer Wahl folgendes beachten:

  • Geländeverhältnisse
  • Abfuhrrichtung
  • Wuchsform der Bäume, beispielsweise Zwiesel, Schwerpunkt
  • Nachbarbäume oder -bestände, Jungwuchs
  • Totholz
  • Straßen, Wege, Leitungen oder Bahntrassen (Verkehrssicherung!)

2. Werkzeuge sicher ablegen

3. Arbeitsbereich vorbereiten

  • Wurzelanläufe von potentiellen Gefahrenquellen befreien
  • zwei Rückweichen entgegen der Fällrichtung freiräumen
  • Fallbereich kontrollieren
  • stehendes Totholz aus Fällrichtung entfernen

4. Wurzelanläufe beschneiden

5. Fallkerb anlegen (gibt dem Baum die Fallrichtung vor)

  • die Fallkerbtiefe beträgt ein Fünftel bis ein Drittel des Stammdurchmessers
  • die Fallkerbhöhe ist genauso groß die die Fallkerbtiefe
  • so ergibt sich ein Fallkerbwinkel von 45 bis 60 Grad
  • stets einen Dach- und Sohlenschnitt anlegen (wie im Schnittschutzkurs gelernt!)
  • beide Schnitte müssen sich treffen!

6. Fallrichtung überprüfen

7. Splintschnitte anlegen (nur wenn keine Stockfäule vorhanden!)

  • diese Schnitte werden links und rechts vom Fallkerb ausgeführt
  • Tiefe ca. 2 bis 4cm um ein Aufreißen des Baumes zu verhindern
  • Splintschnitte dürfen nicht höher als der Fällschnitt und nicht tiefer als die Fallkerbsohle liegen

8. Fallbereich kontrollieren (dieser Bereich ist ein Kreis um den zu fällenden Baum mit einem Radius der doppelten Baumlänge)

9. Fällschnitt anlegen

  • mind. 3cm höher als die Fallkerbsohle, besser ein Zehntel des Stockdurchmessers
  • die dabei enstehende Stufe nennt man hier Bruchstufe, sie verhindert, dass die Bruchleiste vorzeitig abreißt

10. Baum umkeilen

  • rechtzeitig Keile anlegen, um den Fällschnitt offen zu halten und um die Motoräge nicht einzuklemmen
  • keilen und sägen Sie im Wechsel bis Sie die richtige Bruchleistenbreite erreicht haben
  • weiterkeilen, bis der Baum in die richtige Richtung fällt
  • vergessen Sie nicht den "ACHTUNG"-Ruf nicht!

11a. Auf die Rückweiche zurücktreten

  • sobald der Baum fällt, treten Sie in Ihre Rückweiche zurück
  • achten Sie auf herabfallende oder hängen gebliebene Äste

11b. Hängen gebliebene Bäume zu Fall bringen

  • den Stammfuß mit einem Hebel oder Sappie anheben
  • den Baum mit einer Seilwinde oder einem Seilzug anheben
  • den baum mit einem Wendehaken abdrehen

12. Waldbart und verbliebene Wurzelanläufe abtrennen

13. Stamm entasten und messen, beachten Sie folgende Arbeitsregeln, um Unfälle zu vermeiden:

  • Nehmen Sie immer einen sicheren Stand ein und arbeiten möglichst nahe am Stamm.
  • Gehen Sie mit der Motorsäge nur vorwärts, wobei der Stamm immer zwischen Motorsägenschwert und Ihrem Körper ist.
  • Stützen Sie die Motorsäge möglichst am Stamm oder am Oberschenkel ab und nutzen Sie die Hebelwirkung.
  • Schneiden Sie niemals auf dem Körper zu.
  • Sägen Sie nicht mit der Schwertspitze der Motorsäge wegen der Rückschlaggefahr (Kickback).
  • Halten Sie Ihren Daumen der linken Hand stets unter dem vorderen Handgriff (geschlossener Griff).
  • Achten Sie auf Äste, die unter Spannung stehen. Stummeln Sie notfalls den Ast und sägen anschließend den Aststummel stammeben ab.
  • Arbeiten Sie nur mit Gesichtsschutz!

Messen Sie die entsprechenden Stammabschnitte ab und markieren Sie diese bereits beim Entasten. Wenn Sie an Ihrer Aufarbeitungsgrenze angekommen sind, trennen Sie das verbliebene Kronenstück ab, der Fachmann spricht hier von abzopfen. Lösen Sie vor dem Abzopfen das Maßband und drehen den Stamm. Auf dem Rückweg zum Stammfuß entasten Sie den restlichen Stamm und führen die Trennschnitte durch.

! Bringen Sie jeden Stamm unverzüglich nach dem Abschneiden zu Boden ! Keine Arbeiten unter Händern !

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---------- Prüfzeichen auf einem Blick ----------

  • GS = Sicherheitszeichen nach dem Gerätesicherheitsgesetz mit Angabe der Prüfstelle, hier der DPLF (Deutsche Prüfstelle für Landwirtschaft- und Forsttechnik

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  • KWF = Prüfzeichen des Forsttechnischen Prüfausschusses beim KWF (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik). Produkte mit einem dieser Zeichen sind hinsichtlich Arbeitssicherheit, Ergonomie, Einsatztauglichkeit und Umweltverträglichkeit geprüft.

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  • CE = Zeichen, mit dem der Herstelle oder Importeur einer Ware bescheinigt, dass sie den europäischen Sicherheitsrichtlinien und den darauf aufbauenden derzeit gültigen europäischen Normen (EU) entspricht.